Ausstellung "Nie wieder schweigen"

Anlässlich der 14. Jüdischen Woche in Leipzig 2021 veranstaltete der Marsch des Lebens e.V. von Mittwoch bis Samstag eine Sonderausstellung unter dem Motto “Nie wieder schweigen”. In einem etwa 50 m² großen Ausstellungszelt wurden unter anderem die drei Schwerpunkte “Die erschreckende Aktualität des Antisemitismus”, “Jüdisches Leben und Antisemitismus in der Stadtgeschichte Leipzigs mit besonderem Blick auf die Jahre 1933-1945 mit Zeitzeugenberichten” und “Antisemitismus persönlich: Verstrickungen der Familiengeschichte entdecken” präsentiert.

Um Besucher/-innen auf die Präsenz antisemitischer Tendenzen der heutigen Gesellschaft aufmerksam zu machen, wurden sie mit aktuellen Zahlen konfrontiert. Einer Umfrage aus dem Jahr 2018 zufolge, erlebten 41 Prozent der befragten Juden in Deutschland in ihrem Alltag Antisemitismus. Mit einem Blick auf die Kirchengeschichte und verschiedene Formen und Vorkommen von Antijudaismus und Antisemitismus in der Geschichte Europas und Deutschlands wurde nach Gründen dafür gesucht.

Verschiedene persönliche Familiengeschichten aus Deutschland und anderen Nationen zeigten, wie weit verbreitet Judenhass war und ist. Geschichten von Holocaustüberlebenden gaben dem Leid vieler ein Gesicht und machten den Besucher/-innen den Holocaust und seine Verbrechen greifbarer. Die Ausstellung stellte mit der weltweiten Marsch des Lebens Bewegung eine Möglichkeit vor, diesem Phänomen zu begegnen. Interaktive Elemente luden dazu ein, sich selbst und die eigene Familiengeschichte zu hinterfragen.

Weiter zeigte die Ausstellung einen Teil der jüdischen Geschichte der Stadt Leipzig mit Blick auf frühes Auftreten von Antisemitismus gegenüber jüdischen Leipzigern im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Spezielle Geschichtskarten verdeutlichten Orte jüdischen Lebens früher und heute und zeigten Orte der Shoa und nationalsozialistischer Verbrechen.

Während der vier Tage diente die Ausstellung mehr als 60 Besucher-/innen, darunter Schüler/-innen, Historiker/-innen, jüdische und nichtjüdische Leipziger/-innen und andere als Begegnungsort mit Raum für persönliche Gespräche.